Wie beantragt man den Schwerbehinderten Ausweis?

Schwer erkrankte oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen können beim zuständigen Landesamt für Versorgung und Soziales einen Antrag nach dem Sozialgesetzbuch IX (§ 69 SGB IX) stellen.Sie erhalten dann einen Grad der Behinderung (GDB) zuerkannt und gelten ab einem GdB von mindestens 50 als schwerbehindert im Sinne des SGB IX.

Wichtig:

Der Schwerbehindertenausweis sagt nichts aus über die beruflichliche Leistungsfähigkeit eines Menschen, sondern bezieht sich auf die Auswirkungen einer Behinderung in allen Lebensbereichen.


Bild1
SB-Ausweis Vorderseite
Bild2
SB-Ausweis Rückseite
Bild3
SB-Ausweis Beiblatt Beförderung im Zug
Bild4
SB-Ausweis (V) besondere Gehbehinderung
Bild5
SB-Ausweis (R) besondere Gehbehinderung
Bild6
Parkberechtigung Schwerbehindertenparkplatz

Im März 2012 hat der Bundestag eine Änderung der Schwerbehinderten-Ausweisverordnung beschlossen.

Damit wird es ab Januar 2013 möglich sein einen Schwerbehindertenausweis im praktischen Scheckkartenformat zu beantragen.

Den genauen Zeitpunkt für die Umstellung auf das neue Format legt aber jedes Bundesland für sich fest. Spätestens ab dem 1.1.2015 werden nur noch die neuen Ausweise ausgestellt (die alten Ausweise behalten weiterhin ihre Gültigkeit!).

Das heißt: Es besteht kein Umtauschzwang. Alle Nachteilsausgleiche können auch mit dem alten Ausweis weiterhin in Anspruch genommen werden.


                            Es gibt folgende Merkzeichen auf dem Ausweis

 

G Gehbehindert
aG Außergewöhnlich Gehbehindert
Gl Gehörlos
RF Rundfunkgebührenbefreiung
Hilflos
Bl Blind
B Begleitperson
1 Kl 1. Klasse
VB/EB Sondergruppen

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Die wichtigsten Nachteilsausgleiche sind:

  • Besonderer Kündigungsschutz (besteht darin, dass das Integrationsamt (IA) einer Kündigung zustimmen muss. Das Integrationsamt kann bei allen Problemen mit dem Arbeitsplatz mit eingeschaltet werden)
  • Zusatzurlaub von 5 Arbeitstagen
  • Förderung der Beschäftigung durch besondere Pflichten der Arbeitgeber (Ausgleichsabgabe, Gleichbehandlungsgrundsatz)
  • Begleitende Hilfen im Arbeitsleben (finanzielle Hilfen an Arbeitgeber, Wiedereingliederungshilfe, Hilfsmittelfinanzierung etc., z.B. durch Agentur für Arbeit, Rentenversicherungsträger, Integrationsamt)
  • Steuerfreibetrag (die Höhe ist abhängig vom GDB)

 

          Bei einem Grad der Behinderung

 

     Pauschbetrag

          von 25 und 30            310,- €
          von 35 und 40            430,- €
          von 45 und 50            570,- €
          von 55 und 60            720,- €
          von 65 und 70            890,- €
          von 75 und 80          1.060,- €
          von 85 und 90         1.230,- €
          von 95 und 100         1.420,- €

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